Gottesdienst – das Leben feiern

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Normalerweise nimmt alles seinen ganz gewohnten Gang: die Tagesabläufe vom Frühstückskaffee bis zum Schlafengehen nach der Spätausgabe der Tagesschau. Und Gewohntes wird ganz gewöhnlich: Dass andere da sind, die man grüssen kann; dass man wohnen kann; dass man auch lachen kann. Und vieles was gewöhnlich ist, wird gleichgültig. – Wir brauchen darum Unterbrüche im Gewohnten. Da können wir durchatmen, frei werden zum Danken, Staunen, Wertschätzen. Da können wir uns auch mit allem Gewohnten in Frage stellen lassen und Prioritäten im eigenen Leben neu setzen. In heilsamen Unterbrüchen kann das entstehen, was man allgemein ‚Spiritualität’ nennt. Sie meint die Pflege einer bestimmten Lebenshaltung.

Im Gemeindegottesdienst geht der Weg dazu über das Hören auf ein gutes Wort aus dem Evangelium (und aus anderen, meist biblischen Texten), im Schweigen, im Danken, im Singen und Beten… und im Anteilnehmen aneinander und an den Geschicken in der Welt. Jede Feier wird von der Gewissheit getragen, dass wir (doch) nicht Gottes verlassene Kinder sind.

dunkel leuchtende höhle
wo wir
wärme suchen und zuflucht
bei feuer und freunden

schöne höhle du gott
in der wir
immer schon gingen
und wussten es nicht

Kurt Marti

Darum wird jede gottesdienstliche Feier mit dem Gruss eröffnet: „Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“